Samstag , 23 November 2019
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Testosteron im Bodybuilding: Wirkung und Dosierung

Doping im Sport: Testosteron und Wachstumshormone HGH

Vorwort: In diesem Artikel geht es um die Wirkung und Dosierung von Testosteron sowie Wachstumshormonen. Dabei versuche ich mehrheitlich wissenschaftliche Fachartikel als Quellen zu intergieren. Dies keine Empfehlung oder eine Beratung. Doping bleibt Doping und ist verboten. Vor allem wegen den zahlreichen unterschätzten irreversiblen Nebenwirkungen bei Missbrauch wie z.B.: Haarausfall, Impotenz oder Gynäkomastie. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Arzt oder Apotheker.

Testosteron-Konzentration fällt im Alter ab

Doping im Sport: Testosteron und Wachstumshormone HGH
Doping im Sport: Testosteron und Wachstumshormone HGH

Testosteron ist das wichtigste Sexualhormon bei Männern. Hauptproduktionsort sind die Hoden. Einen gewissen Testosteronspiegel haben auch Frauen, allerdings in sehr geringeren Konzentrationen.  Bei Erwachsenen Männern liegt die Gesamt-Testosteronkonzentration im Blutserum bei 2,41 – 8,27 µg/l. Am Abend oder mit zunehmendem Alter fällt dieser Wert stetig ab. Zudem konnten in zahlreichen Studien eine Korrelation zwischen niedrigen Testosteronwerten mit einem erhöhten Mortalitäts- und Morbiditätsrisiko beobachtet werden. Geschätzt haben ca.25-30% der Männer über 60 Jahre niedrige Testosteronspiegel. Die Folgen sind Adipositas (Fettleibigkeit), CVD-Risiko (Störungen des Kauapparates) und Sarkopenie also Abbau von Muskelmasse,  Muskelkraft und die damit einhergehenden funktionelle Einschränkungen. [1]

Noch ein kleiner Hinweis. Einige Studien die ich hier als Quellen nennen werde, sind Studien die Interessenskonflikte haben. Fast keiner bezahlt Studien aus Neugier oder weil er was Gutes für die Menschheit tun will. Wenn ich beispielsweise ein Präparat habe würde ich mich auf ausgezeichnete Studienergebnisse freuen, weil ich dann damit werben und verkaufen kann. Ich weiß aber nicht inwiefern man Studienergebnisse manipulieren kann. Deshalb macht euch alle selber ein Bild. Beispielsweise wie Groß die Studie war, welche Ergebnisse mit welchen Methoden erzielt wurden und wer schließlich dahintersteckt. Bleibt kritisch!

Funktion von Testosteron

Struktur des Testosterons

Testosteron spielt eine große Rolle beim anabolen Muskelaufbau und Fettstoffwechsel. Des Weiteren ist das Hormon für die Spermienproduktion zuständig sowie die Steigerung des sexuellen Verlangens (Libido). Hohe Testosteronkonzentrationen fördern die Synthese roter Blutkörperchen. Dies kann zu Bluteindickung mit Thrombose-/Emboliegefahr führen. Dem kann man mit Acetylsalicylsäure (kurz ASS) 100mg, 1 mal täglich entgegensteuern. Bitte auch Artikel über Wachstumshormone lesen

Testosteron Handelsnamen Monopräparate in Apotheken

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7 Fragen zu Testosteron laut Erfahrungswerten im  Internet

1. Testosteron-Propionat oder Testosteron-Enantat was ist besser?

Damit der Körper mit dem injizierten Testosteron überhaupt was anfangen kann muss es zunächst zum aktiven Metaboliten „Dihydrotestosteron“ mittels des Enzyms 5α-Reduktase abgebaut werden. Propionat oder Enantat ist ein Ester mit welchem das Testosteron gebunden ist. Generell sind die meisten Wirkstoffe mit Estern oder beispielsweise Salzen gebunden, damit die Freisetzung oder Resorption also die Aufnahme in den Körper optimal funktioniert. Das Testosteron-Propionat ist ein deutlich kürzerer Ester als das Testosteron-Enantat oder Cypionat. Das bedeutet, dass das Propionat schneller umgewandelt werden kann und damit intensiver wegen den Spitzenkonzentrationen für den Körper zur Verfügung steht. Doch es bedeutet auch, dass es schneller abgebaut wird. Daher wird empfohlen beim Propionat alle 3 bis 4 Tage eine Injektion durchführen. Bei Enantat sind es 5 bis 6 Tage. Fazit: einen sehr großen Unterschied gibt es nicht: Testosteron bleibt Testosteron. Allerdings gibt es hier unterscheide bei der Dosierung.

Testosteron-Propionat:  Intensiver, aber Kurzfristiger: alle 3 bis 4 Tage eine Injektion

Testosteron-Enantat: Milder, aber Langfristiger: Depotwirkung. Alle 5 bis 6 Tage eine Injektion

2. Wie lange dauert eine „Kur“?

Eine Kur sollte mindestens 8 Wochen – maximal jedoch  12- 16 Wochen dauern.  Danach sollte eine Pause von mindesten 6 Monaten eingehalten werden. Da die Steroid-Rezeptoren dann bereits ausgereizt, bzw. Resistent sind. Außerdem vermeidet man so langfristige irreversible Schäden.

3.  Wie sieht die Dosierung aus (laut den allgemeinen Erfahrungen aus dem Internet)?

Unabhängig von Testosteron-Propionat oder Testosteron-Enantat. Es sollten mindestens 250 bis 500mg pro Woche sein. Ab 750mg -1000mg häufigen sich die Nebenwirkungen. Wichtig ist hier jedoch das Körpergewicht. Je mehr man wiegt desto mehr braucht man. Des Weiteren sollte man langsam einschleichen und ausschleichen. So holt man das Maximum heraus.

So könnte eine 16-Wöchige Kur aussehen:  

1-4 Woche 250 mg – 5-10 Woche  500mg – 11-16 Woche 250 mg

4. Zur welcher Tageszeit sollte injiziert werden.

Das ist eigentlich egal oder spielt eine sehr untergeordnete Rolle. Testosteron sammelt sich im Körper an. Wichtiger ist, dass man die Tage der nächsten Injektion einhält und nicht vergisst.

 5. Welche Nebenwirkungen hat Testosteron?

Testosteron hat leider nicht nur Nutzen, sondern auch gravierende  Nebenwirkungen. In der Pharmakologie sagt man: die Dosierung für die optimale Wirkung sollte immer im Toleranzbereich sein. Bei unterschreiten dieses Bereiches bewirkt das Testosteron nichts und bei Überschreiten kommen die Nebenwirkungen in den Vorschein. Bei jedem ist der Toleranzbereich anders. Daher wenn überhaupt erstmal lieber mit niedrigen Dosierungen probieren. Häufige Nebenwirkungen sind Cholesterin-Überschuss im Blut, Störungen der Blutzucker-Regulation, Wut, Angstzustände, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, Schwindel, Migräne, Kopfschmerzen, erhöhter Blutdruck, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Akne, Hautprobleme, Blutbildveränderungen, erhöhter PSA-Wert.

6. Was kann man zusätzlich helfen?

Hohe Testosteronkonzentrationen fördern die Synthese roter Blutkörperchen. Dies kann zu Bluteindickung mit Thrombose-/Emboliegefahr führen. Mit ASS 100 mg kann man entgegensteuern.  100 Tabletten gibt es in der Apotheke vor Ort für 3 bis 4 €. Zink stärkt dein Immunsystem und deine Haut. Dadurch wirst du während der Kur nicht so häufig krank.

7. Wie steigt mein Testosteronspiegel auf natürlicherweise?

Natürlichkeit ist immer das Beste. Ich würde eher das bevorzugen. Durch Veränderung der Gewohnheiten kann die körpereigene Testosteron-Produktion auf natürlicherweise gesteigert werden. Beispielsweise durch:

    Körperliches Training: das ist das effektivste Mittel.

    Gesunde Fette: am besten Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen.

    Vermeide Stress – Stress ist Testosteronkiller Nr.1!

    Guter Schlaf. Morgens ist der Testosteronspiegel immer am höchsten.

    Reduzierung des Bauchumfanges

     Ab 18 Uhr keine Kohlenhydrate mehr zu sich nehmen

    Vitamin D-Spiegel erhöhen: entweder durch die Sonne oder Tabletten. Letztere sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Vitamin B12 als Supplement

Vitamin B12 soll bei Gesundheit, Energie und Leistungsfähigkeit eine sehr große Rolle spielen. Daher wird Vitamin B12 auch im Sport genutzt. Vitamin B12 ist Oral sehr schlecht bioverfügbar. So wird immer empfohlen es intramuskulär oder subkutan zu spritzen. Man kann sagen.

Dabei gibt es zwei Formen. Einmal das künstlich hergestellte Cyanocobalamin und dem natürlichen Hydroxocobalamin (auch Hydroxycobalamin). Letzteres wird von Mikroorganismen hergestellt. Die Dosierungsempfehlung bei Cyanocobalamin alle1 bis 3 g alle 5 Tage und bei Hydroxocobalamin a 1-2g  alle 7-10 Tage. Vorteile von Hydroxocobalamin ist zum einen ihre natürliche Form, ihre Depotfunktion, Fänger von nitrosaktiven Stress und kommt als zweithäufigste Form im Blut vor. [2]

Alle Informationen ohne Gewähr und keine Empfehlung. Bei Fragen bitte Ihren Arzt oder Apotheker hinzuziehen.

Quellen

  1. Durability of the Effects of Testosterone and Growth Hormone Supplementation in Older Community Dwelling Men: The HORMA Trial 2012 Dec 26. Link
  2.  Keith Boddy, Priscilla King, L. Mervyn, A. Macleod, J.F. Adams, Retention of cyanocobalamin, hydroxocobalamin, and coenzyme B12 after parenteral administration, The Lancet, Volume 292, Issue 7570, 28 September 1968, Pages 710-712, ISSN 0140-6736, http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(68)90752-6.

Über Pharma

Siehe auch

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